...ist das meistens keine große Sache und in 30 Sekunden erledigt. Es sei denn, es ist ihr Beruf. Dann reißen sie sich mit großer Geste Hemd oder T-Shirt vom Leib und lassen neckisch mit dem Rücken zum Publikum die Jeans auf Kniehöhe sinken, um ihr wohlgeformtes Hinterteil zu zeigen. Kombiniert man das noch mit ein bißchen Singen, ein bißchen Conférence, den 10 beliebtesten Rock- und Discosongs aller Zeiten, einer Lightshow, einigen feschen Kostümen und ungefähr 1000 hysterischen Frauen, dann hat man einen Abend bei den Chippendales - der legendären männlichen Stripper-Combo made in USA.
DAS ist auf jeden Fall ein Erlebnis. Aus mehreren Gründen. Erstens hat sich einmal mehr meine Grundannahme bestätigt, dass man alles erotisch ausziehen kann, bis auf Schuhe. Schuhe-Ausziehen macht optisch einfach nichts her.
Dann ist es auf jeden Fall faszinierend, ganze Rudel von Zahnarzthelferinnen, Tippsen, Versicherungskauffrauen und Verkäuferinnen in hemmungslose Ekstase verfallen zu sehen, bloß weil ein Kerl auf einer Bühne sich in den Schritt faßt (Gell, wenn er das daheim tut, kriegt er spätestens beim zweiten Mal eine energische Abmahnung, aber auf der Bühne ist das ja was GANZ anderes).
Auch dass die Andeutung koitaler Bewegungsabläufe für ein grenzenloses Johlen gut ist (bis hin zur toupierten Endfünfzigerin in der dritten Reihe hinten links), T-Shirts gierig aufgefangen werden und die Mädels sich schon fast darum schlagen, wer zu den Jungs auf die Bühne darf, um sich dort an die Hupen (kein Scherz!) fassen zu lassen, hat echten Erlebniswert. Frauen sind schon merkwürdige Geschöpfe. Vor allem dann, wenn sie ordentlich Prosecco getankt haben - was die meisten Damen wohl rituell schon VOR der Show tun.
Aufschlußreich auch der kurze Schnack mit der Garderobiere nach der Darbietung. Ja, die Mädels kämen gruppenweise - und manche sogar bis zu 10 Mal - und natürlich gäbe es auch eine ganze Reihe, die mit dem erklärten Ziel anrollten, after Show mit einem von den Jungs im Hotelzimmer zu landen - und es wäre auch gar nicht so selten, dass die Damen mit diesem Anliegen Erfolg hätten (ok, wobei das aber dann auch erklärt, warum die schwule Fangruppe aus Barmbek-Süd zuhaus bleibt. Wenn die bei den Jungs so gar keine Chance haben zu landen, brauchts ja auch keinen Besuch der Show).
Sehr lehrreich, so ein Abend.
Wobei ich mich eines aber doch frage: Kann Stripper jemals für einen Mann ein Traumberuf sein? Will das irgendein kleiner Kerl wirklich werden? Oder ist es einfach die Ersatzlösung, wenns mit der Karriere als Rockstar, Schauspieler oder Bodybuilder nicht hinhaut?
Und wie erklärt man diesen Job mal seinen Kindern, so man jemals welche hat? Und was macht man, wenn es in der Kita heißt: "So, und nun malen alle Kinder mal, was ihre Eltern so beruflich machen" und der Nachwuchs dann einen nackten Papa aufs Papier bannt?
- Ich bin nur froh, dass ich diese Fragen nicht beantworten muß. ;-)))
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