Sonntag, 19. April 2009

Abendgespräch

Angeblich wird ja in deutschen Familien viel zu wenig miteinander gesprochen. Vor allem mit den Kindern. Wenn ich jetzt unsere Wirklichkeit als Maßstab anlege, dann sage ich mal: Vermutlich kompensieren wir (statistisch) mindestens fünf Schweiger-Familien, die mit ganzen 20 Worten am Tag auskommen.
Vorhin z.B. saß ich einfach ein bißchen auf dem Bett herum (es ist ja Sonntag, da sitze ich gern mal herum). Mein Kind gesellte sich zu mir und sagte: "Mama, komm, wir unterhalten uns". Also, nicht nur, dass ich jetzt informiert bin, dass "Louis und Fabian mich neulich im Klo einsperren wollten und Fabian hat mich dabei ganz doll mit einem Plastikmesser am Arm geritzt" (fies!) und dass "Lea immer dazwischenquatscht", ich mußte dann auch ausführlich Auskunft geben über Afrika, warum die Menschen auf der Welt nicht nur eine Sprache sprechen, die Frage, ob Krokodile auch Kinder fressen und wie es im Bauch so eines Krokodils aussieht, wann wir wieder ins Aquarium gehen, ob wir mal ein Märchenprinzessin-Museum besuchen könnten, ob die Leute in Afrika auch in Häusern wohnen und was sie da arbeiten, ob man einen Wal, wenn der so groß ist, auch mal aus Plastik von innen besichtigen kann (wo gibts sowas??? Hilfe!), wie viele Menschen überhaupt auf der Welt leben und wie oft das Kind noch schlafen muß, bis es die Vorschulreise antritt "mit Birgit, die immer so streng ist".

Gut, wir haben dann alle Themen gebührend diskutiert - und ich habe mich redlich gemüht, alle Fragen zu beantworten (und dabei festgestellt: Ich brauche dringend ein gutes Kinderlexikon).

Und nun bin ich dankbar, dass das Kind im Bett liegt und nicht mehr spricht, sondern schläft.

- Ausnahmsweise :-).

1 Kommentar:

  1. Sabrina Pötterkamp23. April 2009 um 10:22

    Kinderlexikon? Glaube der Mutter einer mittlerweile fast 20jährigen Tochter: Die Fragen, die nach Erwerb des kostspieligen Lexikons gestellt werden, lassen sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in selbigem nachschlagen.

    ... übrigens: Die Fragen, die von den 20-jährigen Töchtern gestellt werden, sind auch nicht leichter zu beantworten ;-)

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