Freitag, 9. Januar 2009

Männerarbeit

...hieß für mich bisher: Er schleppt die Wasserkisten bis in den 3. Stock, trägt den Müll runter und frickelt gelegentlich am Auto rum. Ist aber falsch gedacht. "Männerarbeit" ist ein pädagogisch-andragogisch-kulturell wertvolles Bildungskonzept, bei dem Kerle für einen, zwei oder drei Tage zusammen in den Wald rennen, ihren inneren "wilden Mann", ihr Selbstbewußtsein oder eine völlig neue Identität entdecken und dann befreit, erfrischt oder sonstwas zurückkommen (und ich hab bisher immer geglaubt, dass dafür so ein Jungsabend in der Kneipe oder der gelegentliche Besuch eines Fußballstadions reicht. Na sowas.)

Ein ziemlich beliebtes Ding dabei ist die sogenannte "Schwertarbeit". "Männerarbeit" mit "Schwertarbeit" heißt: Die Kerls kriegen lustige Holzschwerter, mit denen dürfen sie sich aber nicht wirklich kloppen (wäre inkorrekt), sondern sollen damit ihre "Achtsamkeit" entwickeln.

Genau deswegen wird es vermutlich bald Legionen von Mädels geben, die ihre Kerle zur "Schwertarbeit" schicken: "Schatz, mach das doch mal" - einfach, weil sie die heimliche Hoffnung haben, dass sie dann nicht mehr auf den überquellenden Mülleimer hinweisen müssen, sondern ER dann endlich von ganz alleine merkt: Hey, es ist mal wieder Zeit.

Legt man allerdings mal nüchterne Maßstäbe an, dann kann man sich schon fragen, ob die da noch alle Latten im Zaun haben. Wenn ich fechten will, dann fechte ich - im nächstgelegenen Verein meines Vertrauens. Grundsolide mit Degen, Florett oder Säbel. Meinetwegen auch just for fun mit einem Schaumgummi-Schwert bei einem feschen Live Action Role Play.

Aber mit einem Holzschwert rumfuchteln, völlig ohne Sinn und Verstand, als erwachsener Mensch?

Nein danke.

PS: Ich verzichte darauf, diesen Beitrag zu verlinken. Wer bei Tante Gugl die Begriffe "Männerarbeit" und "Schwertarbeit" eingibt, bekommt sofort jede Menge Seiten zur freien Auswahl.

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